Ensemble ö!: SONNEN - Ohne Mensch

Druckereihalle im Ackermannshof

Saisonprogramm «SONNEN» - 
Ein philosophisch musikalischer Exkurs über die Bedeutung der Kunst für den Menschen

In der Regel reden wir von der Sonne, im Singular.

Wenn wir in einer klaren Nacht in den Himmel schauen, staunen wir über die Schönheit der vielen Sterne. Dabei ist jeder Stern eine Sonne wie die unsere. Es gibt verschiedene Sterne, sehr viel grössere als unsere (diese leben weniger lang), auch kleinere als unsere (die leben noch länger als ca. 10 Milliarden Jahre) und solche, die etwa gleich gross sind und auch etwa gleich lang leben.

Aber alles sind Sterne (in jeder der 100 Milliarden Galaxien gibt es etwa 100 Milliarden Sterne), oder nach unserem Planetensystem gesprochen: Sonnen. Und sehr viele dieser Sonnen haben ebenfalls ein eigenes Planetensystem und jeder dieser Planeten hat Monde und jedes dieser Systeme bildet eine in sich geschlossene Welt.

Diese Tatsache (Stand heute!, Vieles wird die Wissenschaft noch neu herausfinden) ist der Ausgangspunkt der neuen Saison vom Ensemble ö!:

Wenn es nun also 100 Milliarden x 100 Milliarden Welten gibt, so kann man getrost behaupten, dass die unsrige insgesamt doch ziemlich nichtig oder vernachlässigbar ist. Und doch ist es die einzige uns bekannte Welt und wir müssen uns mit ihr abgeben, uns mit ihr auseinandersetzen und uns mit ihr begnügen. Unsere Welt bildet unseren fühlbaren Horizont und hat demnach eine Wichtigkeit, die wir pflegen müssen.

Die Frage aber, wie es wohl in Welten um andere Sonnen zu und hergeht, interessiert den Menschen schon immer.

Es ist wahrscheinlich, dass wir Menschen, als einzige Spezies auf unserem kleinen Planeten, diesen an die Wand fahren werden. Alle anderen Lebewesen haben sich besser angepasst. Und trotz allem müssen wir uns einen Sinn für unser Leben geben. Und manchmal – und das wird in der kommenden ö!-Saison zentral sein – ist diesbezüglich die Ausdruckskraft der Kunst im Allgemeinen und der Musik im Speziellen ebenso wichtig wie diejenige der naturwissenschaftlichen Disziplinen, weil sie unsere Gefühle direkt ansprechen und trotzdem durch unseren Intellekt hindurch entsteht, komponiert wird.

Zusammengefasst thematisiert die neue Saison vom Ensemble ö! die Wichtigkeit der Musik für den Menschen und gleichzeitig die Unwichtigkeit oder kleine Bedeutung des Menschen angesichts des unendlich scheinenden Kosmos.

Die Programmierung der Saison umfasst wie immer eine Mischung aus etablierten Komponisten der ca. letzten 70 Jahre und unbekannterer, sehr hörenswerter Musik aber auch Werke der jüngsten Generation.

Das spezielle an einer Saison vom Ensemble ö! ist die jeweilige Gestaltung der einzelnen Programme, die alle in Chur, Zürich und Basel zur Aufführung gelangen. Jedes Programm beleuchtet das Saisonthema aus einer anderen Perspektive und bildet in sich eine Gesamtkomposition, an der sich mehrere Komponisten mit ihrem jeweiligen Werk beteiligen.
Der Bezug zu aussermusikalischen Themen und Fragen bildet dabei eine wichtige Brücke zum Verständnis der doch anspruchsvollen Musik.

«Ohne Mensch» - der Titel dieses Programms ist ein Paradoxon: Kunst ist nur auf unserem Planten, in unserem Sonnensystem entstanden, so denken wir zumindest, so ist der derzeitige Stand unseres Wissens.
 Wollen wir nun unseren Planeten ohne uns, also «ohne Mensch», vorstellen, so ist das nicht möglich, da wir es ja sind, in in diesem Moment uns selber denken. Dennoch ist das Gedankenexperiment, wie es auf diesem Planeten aussähe ohne die Spezies Mensch durchaus verführerisch.

Für dieses Konzert haben wir Perlen der neuen Musik ausgewählt, die eine Geschichte erzählt, die ohne Denken auskommt, Musik, die für sich spricht, Musik, in der die Emotionen zu denken beginnen.

Einleitung:
BERTOLD BRECHT(1898-1956)/ 

KURT WEILL (1900-1950)
- Lied von der Unzulänglichkeit menschlichen Strebens (1928), für Sopran und Ensemble

Programm:

DOINA ROTARU (*1951)
 - Bocet (2014) 8’, für Sopran und Flöte

MORTON FELDMAN (1926-1987)
- Voice (1976) 6’, Violin and Piano

KLAUS LANG (*1971)
 - Die Fenster des Universums (1999) 6’, für Violine, Violoncello und Klavier

TRISTAN MURAIL (*1947)
 - Les ruines circulaires (2006) 7’
, für Violine und Klarinette
 - Une lettre de Vincent (2018) 8’, für Flöte und Violoncello

GIACINTO SCELSI (1905-1988)
- Ko-Lho (1966) 8’, für Flöte und Klarinette
- 2 finnische Tangos 8’

Ensemble ö!: Irina Ungureanu - Sopran, Riccarda Caflisch - Flöte, Manfred Spitaler - Klarinette, David Sontòn Caflisch - Violine, Christian Hieronymi - Violoncello, Talvi Hunt - Klavier
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Eintritt:
CHF 35.- / 15.-
Ticketverkauf: Ticket bestellen
Weitere Informationen:
ensemble-oe.ch

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